Rückblick 2010

Rückblick auf den Tag gegen Lärm 2010

Unter dem Motto „Kostbare Ruhe – teurer Lärm“ hat am 28. April 2010 der von der Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA) und ihrem Arbeitsring Lärm (ALD) koordinierte 13. „Tag gegen Lärm – International Noise Awareness Day“ erfolgreich stattgefunden.

Bundesweit wurden über 150 Aktionen zum Tag gegen Lärm (TgL) durchgeführt. Die meisten der Aktionen galten Kindern und Jugendlichen, aber es wurden auch vielfach Akzente auf die differenzierte Problematik der Schallbelastungen

bei Erwachsenen gesetzt. Unter Aktionen '10 sind die einzelnen Aktionen zur Information abrufbar.

Bundesweit wurden ca. 2.500 Plakate, 12.000 Flyer, 5.000 Magnetbuttons und 5.000 Postkarten versandt. In Österreich wurden weitere 2.500 Flyer verteilt. Darüber hinaus wurden das Plakat und der Flyer über 5.000 Mal und die Postkarte mehr als 2.500 Mal heruntergeladen. Auch der Videoclip, der am 28.04.2010 im Berliner Fenster der Berliner U-Bahnen ausgestrahlt wurde, wurde ca. 500 Mal auf der TgL-Homepage angeschaut.

Anlässlich des 13. Tag gegen Lärm trafen sich am 28. April 2010 Experten des Normenausschusses Akustik, Lärm-minderung und Schwingungstechnik (NALS) im DIN und VDI, der TU Berlin, des ISO/TC 43/SC 1/WG 54, des Umwelt-bundesamtes, des Landes Berlin, der DEGA und anderer interessierter Kreise in Berlin im Deutschen Institut für Normung e. V., um in einem Workshop über das Thema „Kinder, Lärm, Lebenswelten" zu diskutieren. Organisiert und moderiert wurde der Workshop vom NALS (Jörg Zymnossek) und der TU Berlin/DEGA (Prof. Dr. Brigitte Schulte-Fortkamp). Der Bericht über diesen Workshop wird in der nächsten Ausgabe der Zeitschrift für Lärmbekämpfung veröffentlicht werden.

Bereits am 20.04.2010 führte das Umweltbundesamt die Tagung „Nachtfluglärm“ durch, auf der 150 Wissenschaftler, Politiker und Fluglärm-Betroffene die Thematik des Fluglärms im Allgemeinen und des Nachtflugs im Besonderen diskutierten. „Die Tagung zeigte das Spannungsfeld zwischen den ökonomischen Interessen der Luftverkehrswirtschaft einerseits und den Bedürfnissen des Gesundheits- und Umweltschutzes andererseits auf. Es wurde deutlich, dass die vorhandenen Instrumente zum Lärmschutz noch stärker als bisher genutzt und weiterentwickelt werden müssen.“ Die Vortragsfolien finden Sie hier.

Am 26.04.2010 veranstaltete das Umweltbundesamt das Verbraucherforum „Motorradlärm“. Ziel des Forums war es, „das Thema Motorradlärm aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, Akteure und Probleme zu benennen, Lösungsansätze zu diskutieren und den Dialog zwischen den einzelnen Gruppen zu fördern. Entsprechend kamen Vertreter von Anwohnern, Motorradfahrern, Umweltverbänden, Vollzugsbehörden, Industrie, Politik, sowie Wissenschaft und Forschung zu Wort.“ Eine Zusammenfassung sowie die Vortragsfolien der Veranstaltung finden Sie hier.

Wie jedes Jahr fand einen Tag vor dem Tag gegen Lärm, am 27.04.2010, die offizielle Pressekonferenz in Berlin statt. Vertreten waren die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau), die Deutsche Gesellschaft für Akustik (DEGA), das Umweltbundesamt (UBA) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD). Die dazugehörige Presseerklärung finden Sie unter Presse.

Die Pressereaktionen in den Printmedien zum 13. Tag gegen Lärm 2010 finden sich in diesem Jahr zu etwa 50% in den Agenturmitteilungen zum Tag gegen Lärm 2010. Weitere Informationen wurden durch die lokalen Nachrichten zum Thema Lärm vermittelt. Es konnten Agenturmeldungen u. A. von adn, ap, apn, ddp direct, dpa, epd und lbn nachgewiesen werden. Themen und Nennungen von Organisationen waren:

  • allgemeine Informationen zum Tag gegen Lärm sowie Verkehrslärmproblematik und Kosten des Verkehrslärms (DEGA),
  • Risiko von Herz-Kreislauf-Krankheiten durch Verkehrslärm (UBA),
  • Berufskrankheit „Schwerhörigkeit“ (BG BAU),
  • gute Akustik am Arbeitsplatz und auf öffentlichen Plätzen (Initiative Hören),
  • Lärmminderung im Schienenverkehr (VCD),
  • Hörschäden und Konzentrationsschwächen bei Kindern (BZgA) und
  • die internationale Studie zum Hörverlust der Initiative „Hear the World“ (Hörgerätehersteller / Klinik der Universität Innsbruck).

Es wurden stichprobenartig hauptsächlich online verfügbare deutsche Tages- und Wochenzeitungen/-zeitschriften ausgewertet. Mindestens 193 Artikel in 88 Printmedien aus einem Verzeichnis von 300 überregionalen und regionalen Zeitungen konnten aufgezeigt werden. Da nicht alle bundesweit verfügbaren Printmedien Online-Ausgaben besitzen oder die entsprechenden Archive nur gegen Gebühr oder nur für Abonnenten abfragbar sind, sowie einige lokale Ausgaben nur eine gemeinsame Online-Ausgabe besitzen, muss die tatsächliche Anzahl höher geschätzt werden. Bei im Durchschnitt ca. 2 Artikeln pro Zeitung und einer Anzahl von ca. 300-500 Tageszeitungen in Deutschland kann somit eine geschätzte Artikelanzahl von ca. 600-1000 hochgerechnet werden.

Die Berichterstattung in den Printmedien hat sich in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr etwas verändert. Nicht alle Zeitungen verweisen explizit auf den Tag gegen Lärm als Aktionstag. Auffällig ist aber eine Vielzahl von „Lärm-Themen“ um den 28.04.2010 herum. Besondere Aufmerksamkeit war auf Äußerungen der Politik gerichtet; hierbei insbesondere auf die Aussagen des Bundesverkehrsministers Ramsauer zur geplanten Investition in Lärmschutz an Straßen, die nicht explizit auf den Tag gegen Lärm Bezug nimmt, aber an diesem Tag erschien. Weiterhin sind in den jeweiligen Lokalausgaben der Zeitungen viele Artikel zu finden, die auf örtliche Probleme oder Aktionen zum Thema Lärm hinweisen. Einen breiten Raum nahmen in den Artikeln Themen ein mit Überschriften wie:

  • „Jedes achte Kind hört schlecht“ (BZgA über dpa),
  • „In Deutschland ist es zu laut“ und „Immer auf die Ohren – Krach kostet Milliarden“ (UBA, DEGA, VCD),
  • „Minister verspricht Schutz vor Lärm“ (Bundesverkehrsministerium),
  • sowie sehr viele unterschiedliche lokal bezogene Themen.

Die Anzahl der Berichte in Fernsehen und Radio war in diesem Jahr hoch. Beiträge mit Interviews von Lärmexperten und -betroffenen liefen z.B. in der ARD-Sendung „Tagesschau“ (Minister Ramsauer), in den ZDF-Sendungen „heute“ (Minister Ramsauer) und „Volle Kanne“ (Krank durch Fluglärm), in den rbb-Sendungen „Abendschau“ (Lärm in Berlin/Brandenburg), „Ozon“ (Kreislaufschäden durch Lärm) und „zibb“ (Tag gegen Lärm) und im WDR-Fernsehen in den Sendungen „hier und heute“ und „daheim&unterwegs“. Im Radio wurden viele teilweise sehr umfangreiche Beiträge ebenfalls mit Interviews mit Lärmexpertinnen und -experten gesendet, so z.B. im rbb Info-Radio, auf hr2, im NDR und im SWR. Die Videotexte der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten (nachgewiesen in ARD, ZDF, 3sat, BR, rbb) wiesen auf die entsprechenden Fernsehsendungen und Meldungen hin. Der ARD-Text sendete zum „ARD-Morgenmagazin“ Zusatzinformationen zu „Lärm – Was ist erlaubt?“ auf 20 Videotext-Tafeln.

Die Anzahl der Besucher auf der Webseite des Tag gegen Lärm lag in den Tagen vor dem 28.04.2010 zwischen 500 und 1.000 Aufrufen pro Tag. Am Tag gegen Lärm selbst wurden 2.353 Besucher gezählt.

Im Internet sind zum Tag gegen Lärm nach wie vor Seiten von kaum zu zählenden Organisationen zu finden. Bei Google wird zwar auf die Eingabe „Tag gegen Lärm“ mit zahlenmäßig gesunkenen ungefähr 40.100 Treffern geantwortet (-15.800 gegenüber dem Vorjahr) und mit ungefähr 12.100 (-2.100) für „Tag des Lärms“ aber mit zahlenmäßig stark gestiegenen 136.000 Treffern (+112.800) für „Tag gegen den Lärm“. Die Suche nach Seiten, die „International Noise Awareness Day“ enthalten aber nicht „Tag gegen Lärm“, liefert ca. 17.100 (+10.460) Treffer. Die Suchmaske „Tag gegen Lärm“+„28.04.2010“ liefert ca. 5.940 Treffer (-4.760), die Suchmaske „Tag gegen den Lärm“+„28.04.2010“ dagegen liefert 13.300 Treffer. Offensichtlich wird der „Tag gegen Lärm“ in der Öffentlichkeit sprachlich vor allem als „Tag gegen den Lärm“ bezeichnet.

Wieder ein großer Erfolg, der deutlich macht, dass der Tag gegen (den) Lärm nicht nur Thema für die Medien ist, sondern auch von der Bevölkerung wahrgenommen wird und häufig auch zu Aktionen führt.

Dank an alle, die mit viel Engagement Aktionen zum Tag gegen Lärm geplant und durchgeführt haben, aber auch an alle, die an diesem Aktionstag teilgenommen haben. Ein besonderer Dank gilt dem Gesundheitsladen München, und hier explizit Gunhild Preuß-Bayer, die den Tag gegen Lärm in München seit 13 Jahren erfolgreich gestaltet!

„Lärm – Lärmbelästigung - Lärmvermeidung“ brauchen viel öffentliche Aufmerksamkeit. Der Tag gegen Lärm als Institution zur Veräußerung und Auseinandersetzung mit den Belastungen durch Einwirkung von Geräuschen bleibt aktuell.

Das Datum des 14. Tag gegen Lärm 2011 wird in Kürze bekannt gegeben.

Prof. Dr. Brigitte Schulte-Fortkamp & Evelin Baumer

Folgen Sie uns auf:

  

Eine Aktion der Deutschen Gesellschaft für Akustik e.V.

Unterstützt von: