Rückblick 2012

15. Tag gegen Lärm – International Noise Awareness Day - am 25. April 2012 – ein Rückblick

Es war ein erfolgreicher Tag gegen den Lärm. Herzlichen Dank an alle Akteurinnen und Akteure!

Emission: Impossible! Das war das Motto des 15. „Tag gegen Lärm – International Noise Awareness Day“, der dieses Jahr am 25. April stattfand, organisiert von der Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA) und dem Arbeitsring Lärm der DEGA (ALD) organisiert, die Projektleitung hatte Frau Prof. Schulte-Fortkamp (TU Berlin).

 

Über 140 bundesweit individuell organisierte Aktionen wie u.a. Informationsveranstaltungen, Lärmspaziergänge und Projekttage haben den Erfolg dieses Tages ausgemacht.

Auch DEGA und ALD haben dieses Jahr wieder eine Reihe eigener Aktionen organisiert. In Kooperation mit dem Umweltbundesamt und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt fand am 19.06.2012 in Berlin die Veranstaltung „Minderung des Fluglärms“ statt. Logistisch und teilweise auch finanziell unterstützt wurden eine Informationsveranstaltung der Senatsverwaltung Berlin zur Klassenraumakustik, der Hörführerschein im DIN, der Workshop an der RWTH Aachen und Aktionen des Gesundheitsladens München.

Der am TgL gestartete Videowettbewerb läuft bis zum 30. September (Einsendeschluss).

250 Berliner Schulkinder im Alter von 6-12 Jahren haben am TgL im DIN - Deutsches Institut für Normung - ihren Hörführerschein erworben. In der Zeit von 9-16 Uhr absolvierten sie 10 Geräuschstationen. U.a. konnten die Kinder in einer Geräuschwerkstatt z. B. selbst mit Donnerblech und Windmaschine Klänge erzeugen. Professionelle Musiker machten anhand eines Live-Akustik-Sets hörbar, was Lautstärke und klangliche Dynamik in der Musik bedeuten. Beim MP3-Wettbewerb galt es, aktuelle Hits trotz Verfremdung zu erkennen – und gleichzeitig etwas über Kopfhörer zu lernen. Bei „Schrei den Lukas“ dürfen die Kinder endlich einmal so laut schreien wie sie können; der Schalldruck wird durch ein Schallpegelmessgerät ermittelt! Hier wurden schon mal 106 Dezibel erreicht! Dabei waren die Kinder natürlich mit Gehörschutz ausgestattet und lernten dabei auch, wie man sich richtig vor zu lauten Geräuschen schützen kann.

An der RWTH Aachen wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Vorländer der Workshop „Noise- Cognition&Health“ zu den Auswirkungen von Lärm und Möglichkeiten der Lärmbekämpfung durchgeführt. Lärm ist nicht nur Ursache für Schwerhörigkeit, sondern auch für zahlreiche weitere Erkrankungen, Kommunikationsprobleme, negative Einflüsse auf das Lernen, auf die Arbeitsleistung und das Wohlbefinden. Ziel des Workshops waren ein besseres Verständnis für die vielfältig vernetzten Probleme durch den Umwelt- und Stressfaktor Lärm sowie eine Diskussion zwischen den Disziplinen Akustik, Psychologie und Umweltmedizin. An dem Workshop nahmen auch Expertinnen und Experten der Boston University, den Universitäten Leipzig, Eichstätt und Göteborg teil.

Am 2. Mai 2012 fand unter Leitung von Prof. Dr. Brigitte Schulte-Fortkamp die 3. Experten-Lärmkonferenz in Kooperation mit den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald im Rahmen des Tag gegen Lärm 2012 in Wildau statt. Mehr als 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten die neuen Erkenntnisse der Lärmwirkungsforschung, insbesondere der Psychoakustik, sowie auch die Umsetzung dieser Erkenntnisse sowohl für den eigenen Bereich als auch insbesondere für sensible Einrichtungen (Schulen, Kitas, Pflegeeinrichtungen etc.).

Am 24. April fand die Bundes-Pressekonferenz in Berlin statt. VertreterInnen von UBA, DEGA, ALD, DIN, BG Bau und VCD standen den zahlreich anwesenden Journalistinnen und Journalisten Rede und Antwort.

Presserecherche „Tag gegen Lärm 2012“

Das bundesweite Presseecho für den diesjährigen Tag gegen Lärm war hervorragend. In Rundfunk und Fernsehen wurde zu den Hauptsendezeiten berichtet, u.a. ZDF (HEUTE) ARD sowie in RBB, MDR, BR, SWR, WDR, NDR, Deutschland RADIO, Radio SH N24.

Die mit Abstand am häufigsten in den Zeitungen zitierten Agenturmeldungen hatten in diesem Jahr folgende Titel:

  • „Tag des Lärms: Kinderohren beim Lernen schützen“ (dpa/tmn) bzw. „Bei Lärm lässt sich schlecht lernen“,
  • „Tag des Lärms: So bleiben Ohren gesund“ (dpa),
  • „Verkehrsclub Deutschland fordert Auto-Lärmsteuer“ (dadp) bzw. „Ein Cent gegen Lärm“.

Weitere Agenturmeldungen mit größtenteils allgemeinen Informationen zum Tag gegen Lärm waren:

  • „Lärm macht krank - Aktionstag am Mittwoch“ (lbn, dpa),
  • Tag gegen Lärm thematisiert „Lärm in der Schule“ (ap-, dda, dapd),
  • „Tag gegen Lärm“: Aufruf zu 15 Sekunden Ruhe im ganzen Land (epd).

Spitzenreiter in den Agenturmeldungen waren die DEGA, das DIN, das UBA und der VCD. Die Berichterstattung über regionale Themen fokussierte auf die Verkehrslärmproblematik, u.a.

  • Fluglärm in und um Berlin, Frankfurt, Leipzig,
  • Verkehrslärm allgemein (Straße, Schiene, Luft): Hamburg, Hannover, München, Düsseldorf, Duisburg, Witten, Burscheid, Mühlheim, u. a.
  • Bahnlärm: Rheintal (Bingen)

Die zugehörigen Aktionen fanden häufig an konkreten „Problemstellen“ wie z. B. an Bundesfernstraßen oder Autobahnen statt, die dann auch in der Presse wiedergespiegelt wurden. In der Presse erwähnt wurde u.a. auch die Patenschaft der Fußball-Nationalspielerin Simone Laudehr für den Tag gegen Lärm in NRW. Die zentrale Aktion wurde in Burscheid durchgeführt.

Erfreulich ist die steigende Zahl der Suchmaschinentreffer. Ermittelt wird diese jeweils 2-3 Tage nach dem TgL, um die aktuellen Medienreaktionen abzudecken:

Im Internet sind zum „Tag gegen Lärm“ nach wie vor Seiten von kaum zu zählenden Organisationen zu finden. Bei Google wird auf die Eingabe „Tag gegen Lärm“ mit „ungefähr 313.000“ Treffern geantwortet (+91.000 gegenüber Vorjahr), mit ungefähr 40.100 (+12.700) für „Tag des Lärms“ und mit 73.900 Treffern (-78.100) für „Tag gegen den Lärm“. Die Suche nach Seiten, die „International Noise Awareness Day“ enthalten aber nicht „Tag gegen Lärm“, liefert ca. 18.100 (-8.800) Treffer. Die Suchmaske „Tag gegen Lärm“+“25.04.2012“ liefert ca. 42.700 Treffer.

Durch eine Änderung der Auswertungsmodalitäten sieht es auf den ersten Blick so aus, als hätte die Anzahl der bundesweiten Aktionen abgenommen (115 vs. 150 im vorangegangenen Jahr) – das Gegenteil ist der Fall: aufgrund einer Vielzahl von Aktionen der Hörgeräteakustiker haben wir diese zusammengefasst – so sind die vielen kostenlosen Hörtests in der ganzen Bundesrepublik nun „nur noch“ 4 Aktionen. Es fanden 13 Veranstaltungen statt, die im weiteren Sinne als Konferenzen und Workshops gewertet werden, 13 Aktionen, die explizit als Beratungs- bzw. Informationsveranstaltungen angekündigt wurden und 78 Aktionen, die tatsächlich aktives Mitmachen erfordern (z. B. Lärmspaziergänge und Aktionstage verschiedener Organisationen, Gemeinden oder Schulen). Hinzu kommen 7 „sonstige“ Aktionen, die in keine dieser Kategorien passen.

Das Plakatmotiv des Jahres 2012 war hingegen nicht so beliebt wie dasjenige aus 2011. Es wurden hier weitaus weniger Exemplare bestellt als in 2010 und 2011, teilweise auch mit dem eindeutigen Feedback, das Motiv gefiele nicht. Hier besteht für das nächste Jahr eindeutiger Verbesserungsbedarf.

Alles in allem fällt die Bilanz wieder richtig positiv aus. Wir freuen uns über das große Interesse und danken allen Aktiven noch einmal sehr herzlich für ihr Engagement, ohne das dieser Erfolg niemals möglich wäre! Der besondere Dank geht auch in diesem Jahr an Gunhild Preuss Bayer, die den Tag gegen Lärm in München seit 14 Jahren fest im Griff hat!

Berlin im Mai 2012, Brigitte Schulte-Fortkamp und Ulrike Schütz

Folgen Sie uns auf:

  

Eine Aktion der Deutschen Gesellschaft für Akustik e.V.

Gefördert durch:

 

Unterstützt von: