Baulärm

Outdoorrichtlinie

Die Richtlinie 2000/14/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über umweltbelastende Geräuschemissionen von zur Verwendung im Freien vorgesehenen Geräten und Maschinen fasst neun alte Richtlinien von Baumaschinen, Rasenmähern und anderen Geräten zusammen. Hiermit soll eine Vereinfachung und die Harmonisierung von Lärmschutzvorschriften für im Freien vorgesehene Maschinen und Geräte gewährleistet werden. Die Mitgliedstaaten müssen sicherstellen, dass die in der Richtlinie erfassten Geräte und Maschinen bei Inverkehrbringen oder Inbetriebnahme den Anforderungen der Richtlinie entsprechen. Um die verschiedenen Geräte und Maschinen eindeutig voneinander abzugrenzen, wird jedes Gerät und jede Maschine detailliert definiert. 

Die Richtlinie nennt die unterschiedlichen Geräte und Maschinen, für die Geräuschemissionsgrenzwerte gelten. Deren garantierter Schallleistungspegel darf die in Grenzwerttabellen festgelegten zulässigen Schallleistungspegel nicht überschreiten. Des Weiteren sind in der Richtlinie Geräte und Maschinen aufgeführt, die lediglich einer Kennzeichnungspflicht unterliegen. Bei diesen Geräten besteht lediglich die Pflicht, den garantierten Schallleistungspegel anzugeben, ein Grenzwert muss nicht eingehalten werden. Die Verfahren zur Ermittlung des Luftschalls werden ebenfalls in der Richtlinie vorgeschrieben.

Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung – 32. BImSchV

Die 32. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes gilt für Geräte und Maschinen, die nach Artikel 2 der Richtlinie 2000/14/EG in den Anwendungsbereich der sogenannten Outdoorrichtlinie fallen. Diese Geräte werden im Anhang dieser Verordnung nochmals aufgelistet. Die Verordnung regelt nicht nur die Inverkehrbringung von Geräten und Maschinen in Deutschland, sondern auch deren Betrieb in Wohngebieten oder empfindlichen Gebieten. Es wird festgelegt, an welchen Tagen und zu welchen Zeiten die Geräte im Freien nicht betrieben werden dürfen.

Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Schutz gegen Baulärm – AVV Baulärm

Die Verwaltungsvorschrift gilt für den Betrieb von Baumaschinen auf Baustellen, wenn die Maschinen gewerblichen Zwecken dienen oder im Rahmen wirtschaftlicher Unternehmungen verwendet werden. Für durch Baumaschinen auf einer Baustelle hervorgerufene Geräusche sind in der Vorschrift Immissionsrichtwerte für die jeweiligen Gebiete festgesetzt, die durch Bauherren, Baustellenleiter und Bauunternehmer zu beachten sind. Die Verwaltungsvorschrift legt ebenfalls Messverfahren zur Bestimmung des Beurteilungspegels fest, der für das auf den Immissionsort einwirkende Geräusch zu ermitteln ist. Bei Überschreiten der Immissionsrichtwerte müssen von der zuständigen Behörde Maßnahmen zur Lärmminderung angeordnet werden. Hierbei kann es sich um eine Beschränkung lauter Maschinen, Verwendung geräuscharmer Baumaschinen oder um Lärmschutzmaßnahmen an der Baustelle selbst handeln. Eine Stillegung von Baumaschinen kommt nur als äußerstes Mittel in Betracht, um die Allgemeinheit vor Gefahren, erheblichen Nachteilen oder erheblichen Belästigungen durch Baulärm zu schützen.

Eine Aktion der Deutschen Gesellschaft für Akustik e.V.

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